Gobotag_Arabeske

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Die GOBOTAG-Struktur weist eine arabeske Organisationsstruktur auf. Strukturprinzipien der Arabeske sind seit der Antike im westlichen wie östlichen Kulturkreis „Anpassung und Abweichung“ sowie „Lücke und Umweg“. Die Gestaltformel dieser Prinzipien ist die intermittierende Wellenranke. In der westlichen Kunsttradition hat sich die Arabeske als eine prozessorientierte Wahrnehmungs- und Gestaltstruktur entwickelt. Die Werkform arabesk organisierter Kunstwerke entsteht durch die Partizipation der jeweiligen Umgebung.

Das GOBOTAG lenkt den Blick auf seine Ränder und stellt sich selbst über den Umweg des umgebenden Raums dar.

Im Entstehungsprozess der GOBOTAG-Struktur werden bestimmte Handlungsparameter vorgegeben, deren Anwendung jeweils zu einer Variable in der Umrissbildung von GOBOTAG-Konfigurationen sowie in der Interaktion von Form und Umgebung führt.

Werden die GOBOTAG-Produktionen als Bildräume installiert, öffnen sie sich an ihren bildnerisch-bildlichen Grenzen: einerseits zum Ornament aus Bilddatenbank und Muster, andererseits zum Bildobjekt zwischen Kunst und Design. Indem sich die GOBOTAG-Produktionen in den GOBOTAG-Räumen als Gruppenstrukturen ausbilden, die sich zueinander in „Anpassung und Abweichung“ verhalten, verweisen sie fortwährend auf ihren Herstellungsprozess, in welchem ein einziges Basismodul und einige wenige vorgegebene Parameter durch differierende partizipative Wahrnehmungs- und Gestaltstrukturen ausgestaltet werden. GOBOTAG-Räume bilden als arabesk organisierte Werke die prozessorientierte Struktur für weitere Denk- und Produktionsräume aus.

GOBOTAG-Produktionen verführen auf den ersten Blick dazu, als typische, vielleicht sogar exemplarische Ausgestaltungen ihrer Entstehungsorte aufgefasst zu werden. In den GOBOTAG-Räumen stößt diese unmittelbare Wahrnehmung jedoch an ihre Grenzen und öffnet sich Fragen, welche interkulturelle Zusammenhänge zwischen verschiedenen Menschenbildern und Weltauffassungen berühren. Die GOBOTAG-Produktionen werden als ganz bestimmte Ausdrucksformen in Raum und Zeit sichtbar. Es stellen sich Fragen bezüglich der Technisierung und Kollektivierung individueller Gestaltung im Zusammenwirken von kulturrelativistischen und kulturuniversalistischen Betrachtungsweisen.